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Unsere Leitgedanken mit kritischen Blick auf Hersteller-Konstruktionen

Es gibt ein klares Prinzip, einen Leitgedanken und Richtlinie, wie wir entwickeln und/oder bei vorhandenen Konstruktionen buchstäblich Not-wendige Veränderungen vornehmen:

Eine Konstruktion sollte so einfach sein wie möglich, - aber nicht einfacher.
(....frei nach Albert Einstein)

Wir ändern nichts, um des Veränderns willen, sondern um Schwachpunkte oder Funktionsmängel zu beseitigen, die sich bei vielen Cabrio-Dächern erst einstellen, nachdem die Garantiezeit abgelaufen und die eventuelle Kulanz des Herstellers auch nicht mehr in Anspruch genommen werden kann.
Immer berücksichtigen wir dabei ästhetische Gestaltung!
Der Besitzer dokumentiert mit seinem Cabriolet schließlich neben dem Sinn für die viel zitierte `Freude am Fahren´ einen besonderen Geschmack.
Meistens gelingt es, dass das von uns modifizierte Verdeck „wie aus einem Guss“ zur Karosserieform des Cabrios passt, sozusagen "originaler wie das Original".

1. Dies ist nicht so ganz zufällig, sondern lässt sich im wesentlichen aus der Kenntnis dieser drei Faktoren herleiten:
Bis in die fünfziger Jahre, also bei den „echten“ Oldtimern, wurden im Verdeckbau meist Vorkriegskonstruktionen bedient.
Extrem handarbeitsaufwändig und mit gleichen Konstruktionsmerkmalen über Marken- und Herkunftsgrenzen hinweg.

Übrigens: Das Beherrschen des Aufbaus dieser Verdecke, die sich noch ganz eng an den Jahrhunderte alten Kutschenbau angelehnt haben, war und ist für mich die Grundlage für unsere Arbeit.
Bei diesen wirklich klassischen Fahrzeugen steht auch das Originalitätsgebot klar im Vordergrund:
Nur originalgetreue Materialien und Verarbeitung sind wertig.
Das Abweichen von diesem Grundsatz führt direkt zur Wertminderung des Klassikers, und zwar völlig gleichgültig, was es gekostet hat, wie „billig“ es war.

Eine Ausnahme bildet dabei die Hot-Rod-Szene und das „Customizing“, die anderen Gesetzmäßigkeiten unterliegen.

2. Das Erstellen dieser Verdecke kann kein Betrieb leisten, der in arbeitsteiligen Prozessen herstellt.
Es stellt höchste Anforderungen an handwerkliches Können von Einzelnen in Verbindung mit einschlägiger Erfahrung mit Oldtimern und der Kenntnis des jeweiligen Klassikers.
Von Mitte der fünfziger bis in die achtziger Jahre entstanden viele Neukonstruktionen. Diese sind zum Teil recht ausgeklügelt, oft aber auch nicht viel mehr als ein besserer Regenschirm.
Es regnet nicht nur hinein, es schneit auch hinein.
Waschstraßen waren gänzlich unbekannt und die Anforderungen der Kundschaft an Dichtheit oder faltenfreien Sitz, wie wir sie heute kennen, wären angesichts der meisten dieser Verdecke geradezu absurd.

Im Prinzip gilt für die Fahrzeuge aus dieser Zeit auch erst einmal aus den oben beschriebenen Gründen der Originalitätsgedanke, aber doch mit deutlichen Einschränkungen in Bezug auf die oft mangelnde konstruktive und ausgeführte Qualität der Vorlage. Manchmal trifft es der Begriff „skurril“ am Besten.
Es geht eben oft auch besser, vor allem ohne die offensichtlichen Konstruktionsfehler des Originals. Und was nützt das Original, wenn es schlecht funktioniert und die typischen ausführungsbedingten Beschädigungen bald wieder augenscheinlich werden.

Selbst Daimler-Benz war nicht frei davon:
Im Farb(!)-Prospekt des Mercedes SL 107, der 1971 als 350SL erschien, ist der zweifellos zeitlos schöne Roadster mit „originalen“ Falten im Verdeck abgebildet.

Gerade dieser Typ ist unter anderem deswegen – man will es kaum glauben ob der sprichwörtlichen Perfektion und Detailversessenheit der schwäbischen Autobauer – ein gutes Beispiel für die oben konstatierte Notwendigkeit von Qualitätsverbesserungen:
Obwohl achtzehn Jahre lang gebaut, hat das Stoffverdeck bis zum letzten Baujahr 1989 zum Karosserieabschluß hin seine „Eselsohren“ gezogen und die Verdeckdeckeldichtung zum Rostfraß freigelegt.
Durch Änderung des Zuschnitts, Verklebungen und Verstärkungen sieht unser „Zubehörverdeck“ seit fast zwanzig Jahren so aus, wie man sich das bei Mercedes vielleicht einmal vorgestellt hat, aber nie gebaut hat.
Das gilt ähnlich auch für unseren 300SL W198 Roadster, den 190SL, den W113......

Die Entwicklungen der Fahrzeugtypen ging in diesem Zeitraum rasend schnell voran. Der Höhepunkt war Mitte/Ende der Sechziger bis zur Ölkrise 1973. Jährliche Modellwechsel waren angesagt. Da war gar keine Zeit zum Ausreifen und für Modellpflege.

Sie werden in der spezifischen Beschreibung beim Anclicken von Cabrios aus der Typenliste immer wieder Hinweise auf dort dokumentierte, unserer Auffassung nach höchst sinnvolle Detailänderungen finden.
Als Entwickler UND Anwender sehen wir uns regelrecht dazu verpflichtet.

3. Nachdem in den Siebzigern die Produktion von Cabrios immer mehr eingestellt wurde und namhafte Karrossiers schlossen (es sei nur stellvertretend die Fa. Deutsch genannt), entwickelte sich in den Achtzigern zunächst eine Renaissance mit Umbauten aller Art (B. die Fa. Bieber), dann ein regelrechter Boom bei den großen Herstellern, der bis heute anhält.
Meilensteine waren das Erscheinen des BMW E30 Cabrios 1986, der Mazda MX5 in 1989 und im gleichen Jahr die Vollautomatik des Mercedes SL 129.
Die Verdeckkonstruktionen wurden immer mehr Waschstraßen gerecht.
Der zugfreie Cabriogenuß mit Windschott etc. steht seitdem im Lastenheft der Entwickler.
Gegen Ende der Neunziger kam zudem das weitgehende Aus für die PVC-Faltscheibe.
Heute gibt es die kratzfeste, beheizbare Glasheckscheibe.

Die Journallie hat nicht aufgehört zu monieren, dass die Flexscheibe nicht kratzfest sei und dies als nicht hinnehmbaren Nachteil gebrandmarkt.

Diesbezüglich warten wir noch auf den kratzfesten Lack!

Es hat jedenfalls einen Glasscheiben-Nachrüst-Boom entfacht, bei dem das Ergebnis – zumindest ästhetisch – oft, - nennen wir es einmal "suboptimal" - geworden ist.
Vom verringerten Sichtfeld und vielen weiteren Bediennachteilen ganz zu schweigen.
Aber Glas muss es sein.
Nun gut, wir beteiligen uns auch daran , aber nur wenn es eine „Mindestästhetik“ vorzeigen kann.
Bei den Porsche 996/Boxster Nachrüstungen sieht es sogar "schärfer" aus.

An Sachen, die nichts taugen wollen wir nicht beteiligt sein, - an Dingen, die nichts aussehen auch nicht.

Es entstand entwicklungsgeschichtlich aber auch eine Trennung zwischen Autohersteller und dem dazugehörigen Verdeck.
Die Cabriodächer werden seit den 90er Jahren fast ausschließlich als Module von Systemzulieferern entwickelt und gebaut. Recht oft passt dann das eine nur sehr bedingt zum anderen und wirkt dann mehr aufgesetzt als harmonisch.
Das entsprechende, dadurch entstandene Schnittstellenproblem sehe ich immer noch als oft völlig unzureichend gelöst.
Mir scheint sehr oft die ordnende Hand zu fehlen. Und dann gilt der Satz, dass zu viele Köche den Brei verderben. Ein gutes Beispiel, wo es gelungen ist, das eindrucksvoll zu korrigieren: Als Wendelin (nomen est omen!) Wiedeking Anfang der 90er Jahre zu Porsche kam, wurde der Verdeckbezug des 911er Cabrios noch einmal konstruktiv durchdacht und auf einteilig geändert – endlich weg von dieser völlig vertraxten Flickenteppich-Optik!

Da hatten seinerzeit bei der Ur-Konstruktion mindestens vier Konstrukteure nicht mit- sondern gegeneinander gearbeitet!
Das Ergebnis ist völlig unnötig kompliziert und ästhetisch daneben.

Schauen Sie sich das 993er-Cabrio an! Obwohl die Gestängekonstruktion zu ca. 98% übernommen wurde, sieht der 911er mit dem überarbeiteten Verdeckbezug auch wie ein 911er aus.

Alles wurde damit logischer und funktionaler, - wirklich verbessert.
Wir haben es für die Vorgänger (911 SC, 911er Carrera/964) adaptiert.

Das Porsche Cabriolet sieht damit so aus, wie ein 911er auszusehen hat.

Auch heutzutage lassen sich bei neuen Cabrios von unser Überzeugung her grundlegende konstruktive Mängel konstatieren:
Wasserabführung ins Fahrzeug hinein wie der Audi A3 (der A3 ist Verdeck-technisch übrigens eine Fehlleistung!), Mazda MX5, ..., dadurch Notwendigkeit zur Drainagierung, die wiederum immer verstopfen kann und völlig überflüssigen zusätzlichen kostenintensiven Aufwand verursacht, - den Nachteil aber nicht behebt.

Auch die Z-Schließung ist da zu nennen (Porsche(!), VW Beetle, BMW Z4, Audi A3/Golf VI....). Das funktioniert eigentlich nicht. Aber wenn ca. fünf weitere Lösungen darauf gebaut werden, geht es CAD („Computer-Aided-Design“, = Rechner gestützte Entwicklung) -sei- Dank doch, herzlichen Glückwunsch.
Die berechtigte Frage ist nur, wie lange ein solch kompliziertes Konstrukt hält.
Antwort: Meistens über die Garantiezeit hinweg.
Aber genug gemeckert.

Natürlich muss auch konstatiert werden, dass heutige Cabrios in einem kaum für möglich gehaltenen Ausmaß alltagstauglich geworden sind und dadurch oft eine gelungene Synthese aus Nutzen und Spaßfaktor erreicht haben.

Das Nachfertigen dieser modernen Verdecke gestaltet sich für uns jedoch oft problematisch.
Diese sind nicht mehr handwerklich manufakturiert. Es gibt eingearbeitete Plastik-Formteile, seltsame Stahl- oder Nylonseile mit den offenbar dazugehörigen Führungen und Federn...etc.... und manchmal hängt das halbe Gestänge am Verdeck, die Glasscheiben sind integraler Bestandteil und lassen sich nicht einzeln wechseln und somit nicht wieder verwenden.
Es folgt dem Trend: Zuerst hat man uns eine Kuh verkauft, nachdem wir nach einem Liter Milch gefragt haben, inzwischen sollen wir einen Leasingvertrag für einen Bauernhof zeichnen, um den besagten Liter Milch trinken zu dürfen.
Mit Nachhaltigkeit, Resourcenschonung etc, also angewandten Umweltschutz, hat das nichts zu tun. Mit was es zu tun hat merkt man dann beim Bezahlen der Rechnung aber dann doch sehr deutlich.
Wir müssen im Zuge der Nachfertigung industrieller „Monokultur“- Produktion - durch ultrateure Spezialapparaturen NUR für diesen einen Verdeck-Typ – es auf unsere Fertigungspotentiale und Maschinen/Anlagen kreativ variieren.

Bislang ist es uns aber immer gelungen, eine Alternative zum Hersteller-Verdeck anzubieten.

Wir führen übrigens auch für eine Reihe von Cabrios das Original-Hersteller-Verdeck (siehe Originalverdecke) und haben diese in einer aktuellen Preisliste zusammengefasst – wenn´s denn sein muss, aus was für Gründen auch immer.
Sie finden bei uns nicht nur teure Fahrzeugtypen wie Porsche, BMW, Bentley, Mercedes, Audi, Rolls-Royce,... mit die Qualität verbessernden Merkmalen.

Wir kümmern uns ganz bewusst und gezielt um Nischenmodelle.

Beim Ford Mercury Capri zum Beispiel hatten wir beim Wechseln der recht schnell verschlissenen PVC-Verdecke schon Ende der 90er Jahre die üblichen Probleme mit dem B-Säulen-Spannseil und dessen Befestigung vorn in einem Zinkdruckgußteilchen. Dies war oft gebrochen und der fummelige und meist aufkorrodierte Splint im hinteren Bereich ließ sich kaum entfernen.
Hinzu kommt, dass das Spannseil durch ein am Verdeck befestigtes PVC-Teil geführt ist, welches sich wie eine Banane krümmt und die ihm zugedachte – ohnehin schon Fingernägel brechende - Funktion, einen sauberen Abschluss des Verdeckes zur Karosserie hin, auch beim neuen Verdeck nicht mehr erfüllen kann.

Wir haben es mittels Verstärkungen und einem eingenähten, bearbeiteten Gummiprofil so umgestaltet, dass es dauerhaft über die gesamte Lebensdauer eines Stoffverdeckes einfach durch den Klappmechanismus perfekt abschließt

Keine Kopfschmerzen für den Monteur und Geldbeutel schonend für den Besitzer, - bei deutlich verbesserter Funktion und Erleichterung der Bedienung.

Ein weiteres Beispiel: Für den Rover 214/216 (der ja zum Glück eigentlich ein Honda Concerto ist!) bieten wir drei Modelle.
Als erstes die nach gefertigte zweiteilige Originalversion.
Beim Rover sind jedoch die drei speziellen Stahlprofile der Verdeckbefestigung an der Karosserie oft so stark verrostet, dass sie nicht mehr zu retten sind.
Einen Ersatz gibt es nicht – weder für Geld noch für gute Worte:
„Alles over mit Rover“.

Wir haben dafür eine wirklich perfekte Alternative entwickelt.

Um den Arbeitsaufwand zu kompensieren (einmal abgesehen davon, was es an Zeit und Geld kosten würde, die Stahlprofile so irgendwie brauchbar nachzufertigen!) haben wir auch die übrige Funktion betreffend konsequenterweise das Verdeck auf Einteiligkeit umgestaltet.

Das Ergebnis sieht nach allgemeiner Einschätzung der Betrachter deutlich harmonischer aus als das Original.
Diese einteilige Version bieten wir auch als Budgetverdeck für die Befestigung mit den Stahlprofilen an – falls diese doch noch zu verwenden sind.

Es ist die technisch bessere Variante zum günstigeren Preis!
Und es lässt sich leichter montieren, was weiter Kosten reduziert – ohne auf irgend etwas zu verzichten. Die schönere Optik inclusive.

Siehe auch den Toyota Paseo, Mazda MX5 NA und NB, VW Käfer Eller Cabrio.....

Um es klar zu formulieren: Bei diesen Fahrzeugen geht es um Funktion und Gebrauchswert im Verhältnis zum Kostenaufwand – nicht um die Erhaltung von wertvollen Sammel- und Ausstellungsobjekten.

Die Kundschaft mit schmalerem Budget liegt uns am Herzen und wir tun unser Bestes, Lösungen zu entwickeln, die dem Rechnung tragen.

Allerdings soll das nicht mit „billig, billig“ verwechselt werden!

Wer auf der „Geiz ist geil“-Welle surfen möchte, ist bei uns an der falschen Stelle.

Wir empfehlen den Weg über Polen nach China und wünschen viel Glück!




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